traurig

Liebe leserInnen,

ich weiss, nicht, wer aller ihn gekannt hat, wer aller mit in seinem leben eine begegnung mit ihm hatte: Ich habe auf alle faelle lange durc h ihn einige mal so erlebt: “Ah, du bist der sohn vom bidi, lass ihn schoen gruessen. Na, was ham ma denn fuea a problem?”

Also, das politische gegenueber kannte meinen vater leopold kunrath, war mit ihm gut und mein problem konnte doch gar nicht gross sein, das musste doch einfach zu loesen sein, wenn dem kunrath sein sohn damit kommt.

Dass dem kunrath sein sohn halt in den ende siebzigern und fruehen achzigern eine eigene politische meinung vertrat und nicht mehr das kleine kind der familie war, ist vielen erst danach klar geworden.

Gut, das hat sich veraendert, ist anders geworden, und oft war er ploetzlich der, der gekommen ist, und mir gesagt hat: Du, der oder die lassen dich schoen gruessen.

Mein vater ist am letzten samstag nach kurzer schwerer krankheit ploetzlich verstorben. Er war einer derer, die mir trotz des eltern-kind-musters wirklich wichtig waren, dessen meinung mir oft wichtiger war, als ich selbst dachte, und der mir z.b. nach der letztwoechentlichen verurteilung in erster instanz, gegen die ich ja berufen habe, sofort sagte, komm, kaempf weiter.

Mein vater war ein gerechtigkeitsfanatiker, und ein ordnungsliebender mensch – das zweitere habe ich wohl nicht geerbt, aber das engagement, der versuch schwaecheren zu helfen, unfairness zu verhindern, gerechtigkeit zu suchen – ohne ruecksicht auf einen selbst – das habe ich oft versucht von ihm zu kopieren.

Er wird mir fehlen ohne zweifel, er wird eine grosse luecke fuer mich hinterlassen, und trotzdem: er wird auch als engagierter vermittler, als mensch, der 52 jahre der evangelischen kirche ehrenamtlich zur seite stand, uns allen in guter erinnerung bleiben.

niki

1 Kommentar »

  1. Mein Beileid

    Fritz

    Kommentar von Fritz — 19. Dezember 2010 @ 21:22

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